Nachdem ich gestern den ganzen Tag versucht habe den Bericht in meinen blog zu stellen und es (mal wieder) nicht funktionierte, reiche ich ihn heute nach. ich werde aber definitiv nach einem anderen Anbieter suchen. Das geht mir einfach auf den Keks!
Oft muss man gar nicht so weit weg um Orte zu finden die eine Geschichte zu erzählen haben. Man muss sie nur sehen. Man muss hinsehen. Den Ort auf einen wirken lassen. Heute nun hatte ich das Glück so einen Ort zu finden wo die Geschichte einem so richtig in den Bann zieht. Wo man sich darüber Gedanken macht, wie Menschen hier wohl gelebt haben. Er liegt bei Thaleischweiler einem Ort hier in der Nähe. Ich versuche den „Fundort“ zu beschreiben. Er liegt ca. 50 m oberhalb eines Radweges, den wir auch heute als Laufweg benutzten. Auf der anderen Seit, ca. 100m entfernt, befindet sich das Hauptlager von „Reno“ Schuh-Importeur. Dessen Hallen sind ca. 800m lang und mehrere Stockwerke groß und dominieren das Bild auf der anderen Seite des Radweges.
Und in so einer Nachbarschaft befindet sich ein uralter Friedhof mit den Resten einer Kapelle. Vom Radweg aus sieht man nur die Kreuze der Gräber und Mauerreste, aber heute bin ich hochgelaufen um sie mir genauer anzusehen. Schon beim Aufstieg sah ich, dass es sich um ein wirklich altes Bauwerk handelte. Verwittert, die Grabaufschriften kaum noch zu lesen, die Mauern von Flechten und Moos erobert. Dazu das Wetter heute, leicht neblig, feucht und frisch. Passte alles zusammen.
Es sind, wie auf der Tafel zu lesen, die letzten Überreste eines Ortes „Meisenbach“ der zum ersten Mal 1295 erwähnt wurde. Die Mauerreste waren einst eine Kapelle, die später zweckentfremdet wurde und seit Mitte des 18. Jahrhunderts dem Verfall preisgegeben wurde. Der Friedhof wurde bis 1896 genutzt, das heißt die Gräber sind mindestens 110 Jahre alt.
Welche Menschen haben dort in den letzten 700 Jahren gelebt, was haben sie erlebt? Hätten sie sich vorstellen können, dass ihr Ort einfach mal aufhört zu existieren? Wurde es aufgegeben oder durch Kriege zerstört? Hätten sie jemals sich vorstellen können, dass Leute an ihren Überresten vorbeilaufen, ein kleines Kästchen herausholen mit dem man, unter anderem, ein Bild machen kann, dass man später jederzeit wieder anschauen kann? Dass Fahrzeuge sie an jeden Ort der Welt bringen können? Oder war ihre Welt nur die, die Síe selbst gesehen hatten? Für mich ein Ort mit viel Ausstrahlung, den ich bestimmt noch öfters besuchen werde.




Übrigens war ich nicht alleine heute, nein die drei Musketiere waren wieder unterwegs!
Gestern noch lief ich auf der Strecke 8 schnelle Kilometer (zwischen 4:25 bei den Ein und Zwei- Kilometersplits und 4:42 bei den letzten 4 Kilometern am Stück) ganz alleine da Pia im Studio trainierte und dort u.a. 7 km auf dem Laufband lief.
Heute nun waren wir also wieder komplett. Hans und Ich liefen zuerst alleine los und trafen dann später Pia auf einem Parkplatz bei Thaleischweiler. Nachdem sie nächste Woche die 10km bei der Winterlaufserie in Rheinzabern laufen will, sollte heute die Generalprobe sein. Die Strecke selbst ist, wie schon erwähnt, ein Fahrradweg und voll asphaltiert. Leider gibt es ein paar wüste Anstiege, aber für die Generalprobe macht das gar nichts.
Und es hat super geklappt! Mit 1:04:25 (Schnitt 6:26/km) hat sie doch glatt eine neue PB hingelegt und das trotz 100 Hm die zu bewältigen waren. Die letzten 250 m lief sie im Endspurt in einer 4:50 Pace, was sie auch noch nie geschafft hatte.
So sehe ich optimistisch auf das nächste Wochenende.
Eine Entscheidung habe ich gestern für mich getroffen. Ich werde nicht auf neue PB Jagd gehen, sondern Pia begleiten. Was nützt mir eine evtl. neue Bestzeit, wenn Pia bei ihrem ersten Wettkampf so enttäuscht wird, dass sie die Lust am Laufen verliert? Ich werde nun also, als „Bremse“ neben ihr herlaufen, versuchen den Wind zu brechen und alles machen um sie zu unterstützen, damit sie ihren ersten Wettkampf in guter Erinnerung behält. 